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KI & Automatisierung

Apertus: Das Schweizer KI-Modell Was KMU 2026 wirklich davon haben

Offen, mehrsprachig und in der Schweiz trainiert: Apertus von ETH Zürich, EPFL und CSCS ist die souveräne Alternative zu ChatGPT & Co. Wir zeigen, was die Version 1.5 kann, wo Sie sie nutzen, was der Betrieb kostet – und wann ein kommerzielles Modell die bessere Wahl bleibt.

Autor: Gian Marco Ma Oktober 2026 15 Min. Lesezeit

Kurz zusammengefasst

Apertus ist das vollständig offene Schweizer KI-Modell der Swiss AI Initiative von ETH Zürich, EPFL und CSCS. Die aktuelle Version 1.5 (Juli 2026) gibt es mit 8 und 70 Milliarden Parametern, mit 262’144 Tokens Kontext, Bildverständnis und Apache-2.0-Lizenz – Gewichte, Code und Daten-Dokumentation sind öffentlich. Apertus erreicht nicht das Niveau von GPT, Claude oder Gemini, ist aber stark, wo Datensouveränität, Self-Hosting und mehrsprachige Schweizer Inhalte zählen. KMU nutzen es per Schweizer API (z. B. Infomaniak, Swisscom) oder betreiben es selbst.

Illustration: Apertus, das offene Schweizer KI-Modell, mit transparenten Daten und eigenem Server

Was ist Apertus?

Apertus – lateinisch für «offen» – ist ein grosses Sprachmodell (LLM), das ETH Zürich, EPFL und das Nationale Hochleistungsrechenzentrum CSCS im Rahmen der Swiss AI Initiative entwickeln. Die erste Version erschien am 2. September 2025, trainiert auf dem Supercomputer «Alps» in Lugano. Strategischer Partner der ersten Stunde ist Swisscom.

Was Apertus von fast allen anderen KI-Modellen unterscheidet, ist der Grad an Offenheit. Bei vielen «Open-Weight»-Modellen werden nur die fertigen Gewichte veröffentlicht. Bei Apertus sind zusätzlich Trainingscode, Methoden, Zwischenstände und die Dokumentation der Trainingsdaten öffentlich – der Trainingsprozess ist damit nachvollziehbar und reproduzierbar. Trainiert wurde nur mit öffentlich zugänglichen Daten, aus denen persönliche Daten herausgefiltert wurden; maschinenlesbare Opt-outs von Websites werden respektiert, sogar rückwirkend.

Für Schweizer KMU ist Apertus deshalb vor allem ein Baustein für souveräne KI: ein Modell, das Sie selbst betreiben, prüfen und anpassen können, ohne Ihre Daten an einen US-Konzern zu schicken. Wie es sich im Feld der anderen offenen Modelle wie Mistral, Llama oder Qwen schlägt, vergleichen wir ausführlich im Ratgeber Open-Source-LLMs für KMU. Hier geht es um die Apertus-Details.

Apertus 1.0 und 1.5: die wichtigsten Fakten

Am 24. Juli 2026 erschien Apertus 1.5. Es ist kein komplett neues Modell, sondern eine Weiterentwicklung auf Basis der ersten Version – mit spürbaren Verbesserungen bei Kontextlänge, Reasoning und Werkzeugnutzung:

MerkmalApertus 1.0 (Sept. 2025)Apertus 1.5 (Juli 2026)
Modellgrössen8 und 70 Mrd. Parameter8 und 70 Mrd. Parameter, dazu «Apertus Mini» mit 16 kompakten Modellen
Training15 Billionen Tokens, über 1000 Sprachen, rund 40 % nicht englischWeitertraining mit zusätzlich 4 (8B) bzw. 2 (70B) Billionen Tokens inkl. Bild- und Audiodaten
Kontextfensterrund 65’000 Tokens262’144 Tokens (vierfach)
EingabenTextText und Bilder, Audio experimentell; Ausgabe immer Text
Reasoning & Toolskein Thinking-Modusoptionaler «Thinking»-Modus, verbesserte Werkzeugnutzung (nicht im Thinking-Modus)
Lizenzfreizügige Open-Source-LizenzApache 2.0, kommerzielle Nutzung erlaubt
OffenheitGewichte, Code, Daten-DokuGewichte, Code, Daten-Doku, Trainingsdetails

Zwei Punkte sind für die Praxis wichtig: Erstens sind Schweizerdeutsch und Rätoromanisch ausdrücklich Teil der Trainingsdaten – Sprachen, die in kommerziellen Modellen oft zu kurz kommen. Zweitens empfehlen die Entwickler, die Gewichte etwa alle sechs Monate zu aktualisieren, weil Löschbegehren (etwa zu Personendaten oder Urheberrecht) über neue Releases umgesetzt werden. Wer Apertus selbst betreibt, braucht also einen Update-Prozess.

Apertus vs. GPT, Claude und Gemini: eine ehrliche Einordnung

Die Erwartungen an ein «Schweizer ChatGPT» sind hoch – deshalb vorweg: Apertus ist kein Frontier-Modell. Die ETH schreibt selbst, Apertus solle nicht mit den Spitzenmodellen privater Unternehmen konkurrieren, sondern vertrauenswürdige und transparente KI liefern. Laut Modellkarte liegt die Leistung auf dem Niveau anderer offener Modelle vergleichbarer Grösse.

KriteriumApertus 1.5GPT, Claude, Gemini
Qualität bei komplexen Aufgabensolide, auf Niveau offener Modelle ähnlicher Grössedeutlich höher (Analyse, Code, lange Texte)
Transparenzvollständig offen inkl. Trainingsdaten-Dokugeschlossen, Training nicht einsehbar
Betriebselbst, in der Schweiz oder bei Schweizer HosternCloud des Anbieters, teils mit EU/CH-Optionen
Datenhoheitvollständig beim Betreibervertraglich geregelt, Anbieter verarbeitet Daten
AnpassbarkeitFeintuning und Eingriffe uneingeschränkt möglichbegrenzt auf die Optionen des Anbieters
Ökosystem & Toolsjung, Integrationen teils noch in Arbeitausgereift, viele fertige Integrationen

Für die meisten Wissensarbeiten im Büro – Texte, Analysen, Programmieren – liefern Claude oder ChatGPT Enterprise und die OpenAI-API 2026 schlicht bessere Ergebnisse. Apertus spielt seine Stärken dort aus, wo nicht die letzte Prozentstelle Qualität zählt, sondern Kontrolle, Nachvollziehbarkeit und Datenstandort. Wie bei jedem LLM gilt zudem: Antworten können falsch oder verzerrt sein und müssen bei wichtigen Entscheiden geprüft werden.

So nutzen KMU Apertus: vier Zugangswege

Die Apertus-KI lässt sich auf vier Wegen nutzen – vom kostenlosen Test im Browser bis zum eigenen Server. Für die meisten KMU führt der Weg über die ersten beiden Stufen:

1

Im Browser testen

Der schnellste Einstieg ohne Installation: Über Public AI (publicai.co) lässt sich Apertus kostenlos im Chat ausprobieren – das 8B-Modell ohne Login, das 70B-Modell mit Gratiskonto. Seit September 2026 ist Apertus 1.5 zudem im KI-Assistenten Lumo von Proton wählbar.

Ideal für: erste Qualitätstests mit eigenen, nicht vertraulichen Beispielen.
2

Gehostete API bei Schweizer Anbietern

Mehrere Schweizer Anbieter haben Apertus 1.5 in ihre Plattformen integriert, darunter Infomaniak (KI-Dienste mit Abrechnung pro Token), Swisscom (souveräne Swiss AI Platform für Geschäftskunden) sowie Safe Swiss Cloud und Stepping Stone. Sie nutzen das Modell per API, ohne eigene GPUs zu betreiben.

Ideal für: produktive Anwendungen ohne eigenen GPU-Betrieb – Preise und Datenstandort beim Anbieter prüfen.
3

Self-Hosting im eigenen Rechenzentrum

Die Gewichte stehen auf Hugging Face (Organisation swiss-ai) zum Download bereit; dafür müssen Sie einer Acceptable-Use-Policy zustimmen und Kontaktdaten angeben. Empfohlen wird der Betrieb mit vLLM; für kleinere Setups gibt es Community-Quantisierungen für llama.cpp, Ollama und LM Studio.

Ideal für: hochsensible Daten, On-Premise-Pflichten und volle Kontrolle.
4

Integration in eigene Anwendungen

Über eine OpenAI-kompatible Schnittstelle (etwa via vLLM) lässt sich Apertus in Chatbots, Dokumenten-Workflows oder KI-Agenten einbinden. Kombiniert mit einer Wissensdatenbank (RAG) oder Werkzeugen über das Model Context Protocol wird daraus ein Assistent, der mit Ihren eigenen Daten arbeitet.

Ideal für: interne Assistenten, Übersetzung, Klassifikation und Zusammenfassungen.

Für Weg 4 lohnt sich ein Blick auf zwei Grundlagen: Wie eine KI-Wissensdatenbank mit RAG funktioniert und wie das Model Context Protocol (MCP) KI-Modelle mit Bexio, Microsoft 365 oder ERP verbindet. Beides funktioniert mit Apertus genauso wie mit kommerziellen Modellen – ein Vorteil, wenn Sie später das Modell wechseln wollen.

Was kostet Apertus im Betrieb?

Das Modell selbst ist lizenzkostenfrei. Kosten entstehen durch Rechenleistung und Betrieb. Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte, Stand Oktober 2026 – GPU-Preise schwanken stark, konkrete Offerten sind Pflicht:

VarianteTechnischer BedarfKostenrahmen
Gehostete API (z. B. Infomaniak)keine eigene Hardwarenutzungsabhängig pro Token – bei moderatem Volumen meist deutlich günstiger als eigene GPUs; Preise beim Anbieter prüfen
8B quantisiert, Test & EinzelplatzLaptop oder Workstation mit ca. 8–24 GB Grafikspeichervorhandene Hardware bis rund CHF 3’000–8’000 für eine Workstation
8B produktiv für ein TeamServer-GPU mit genügend Speicher für volle Präzision und Kontexteigene Hardware im fünfstelligen Bereich oder Cloud-GPU, schnell vierstellig pro Monat bei Dauerbetrieb
70B produktivmehrere Rechenzentrums-GPUs (z. B. 4-fach Tensor-Parallelität)hoch fünf- bis sechsstellig in Hardware oder mehrere tausend Franken pro Monat in der Cloud

Nicht vergessen: Betrieb, Monitoring, Sicherheits-Updates und die empfohlenen Modell-Updates alle sechs Monate kosten Personalzeit. Für die meisten KMU ist deshalb eine gehostete Schweizer API der wirtschaftlichste Einstieg. Self-Hosting lohnt sich erst, wenn hohe Volumen, strikte On-Premise-Vorgaben oder sehr sensible Daten es verlangen. Hintergründe zur Datensouveränität bei Schweizer Hostern liefert unser Ratgeber zu Hosting in der Schweiz.

Wo Apertus im KMU sinnvoll ist – und wo nicht

Gute Einsatzfelder

  • Übersetzen und Zusammenfassen vertraulicher Dokumente – der Kanton Tessin nutzt Apertus etwa für die interne Übersetzung sensibler Verwaltungstexte.
  • Interne Assistenten auf Basis eigener Dokumente (RAG), wenn die Daten das Haus nicht verlassen dürfen.
  • Klassifizieren, Extrahieren und Vorsortieren von E-Mails, Tickets oder Formularen.
  • Mehrsprachige Inhalte für die Schweiz: Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch.
  • Branchen mit besonders schützenswerten Daten wie Gesundheit, Recht oder Treuhand.
  • Feintuning auf eigene Fachsprache, weil Gewichte und Trainingsrezepte offen sind.

Weniger geeignet

  • Anspruchsvolles Programmieren und komplexe Agenten-Workflows – hier sind Frontier-Modelle klar überlegen.
  • Lange, stilistisch anspruchsvolle Texte für Marketing und Verkauf.
  • Teams ohne IT-Ressourcen, die trotzdem selbst hosten wollen.
  • Fälle, in denen fertige Integrationen in Microsoft 365 oder Google Workspace gefragt sind.
  • Aufgaben, bei denen Thinking-Modus und Werkzeugaufrufe gleichzeitig nötig sind.

In der Praxis ist selten «entweder–oder» die Antwort. Viele KMU fahren mit einer Zwei-Modell-Strategie gut: ein kommerzielles Spitzenmodell für allgemeine Wissensarbeit und Apertus für die Prozesse, bei denen sensible Daten im Spiel sind. Was KI im KMU generell leisten kann, fasst unser Überblick KI für KMU zusammen.

Apertus, revDSG und EU AI Act

Der EDÖB hat klargestellt, dass das geltende Datenschutzgesetz direkt auf KI-gestützte Datenbearbeitungen anwendbar ist. Apertus erleichtert die Einhaltung, ersetzt sie aber nicht. Diese Punkte gehören in jedes Apertus-Projekt:

  • Datenstandort: Bei Self-Hosting oder einem Schweizer Hoster bleiben Eingaben in der Schweiz – das vereinfacht die Fragen zur Bekanntgabe ins Ausland.
  • Auftragsverarbeitung: Mit einem API-Anbieter wird ein Auftragsverarbeitungsvertrag geschlossen; Speicherdauer und Nutzung der Eingaben sind schriftlich geregelt.
  • Transparenz: Kundinnen, Kunden und Mitarbeitende werden informiert, wenn sie mit einer KI interagieren oder KI-generierte Inhalte erhalten.
  • Nachvollziehbarkeit: Apertus veröffentlicht eine Zusammenfassung der Trainingsdaten und einen Code of Practice im Sinne der Transparenzpflichten des EU AI Act – hilfreich für Ihre eigene Dokumentation.
  • Updates: Neue Modellversionen etwa alle sechs Monate einspielen, damit Löschbegehren zu Trainingsdaten auch bei Ihnen umgesetzt sind.
  • Governance: Einsatzzwecke, erlaubte Daten und Verantwortliche in einer KI-Richtlinie festhalten.

Details liefern unsere revDSG-Checkliste für KMU, der Überblick zur KI-Regulierung in der Schweiz und der Ratgeber zum EU AI Act für Schweizer Unternehmen. Wie Sie Regeln und Verantwortlichkeiten praktisch aufsetzen, zeigt der Beitrag zur KI-Governance im KMU.

Entscheidungshilfe: Apertus oder kommerzielles Modell?

Ihre SituationEmpfehlung
Allgemeine Büroarbeit, Texte, Recherche, ProgrammierenKommerzielles Modell (Claude, ChatGPT, Gemini, Copilot) mit Business-Vertrag
Sensible Kunden- oder Patientendaten, Daten dürfen die Schweiz nicht verlassenApertus über Schweizer Hoster oder Self-Hosting
Vorgabe «keine Cloud» oder vollständige Kontrolle über das ModellApertus On-Premise
Viele gleichartige, einfache Aufgaben mit hohem VolumenApertus 8B prüfen – oft günstig und schnell genug
Mehrsprachige Schweizer Inhalte inkl. RätoromanischApertus testen, im Vergleich mit einem kommerziellen Modell
Keine IT-Ressourcen, schneller Start gewünschtKommerzielles Modell oder Apertus per gehosteter API – kein Self-Hosting

Apertus-Pilot in 5 Schritten

1

Use Case und Datenklasse festlegen

Einen klar umrissenen Prozess wählen, bei dem Datenschutz ein echtes Argument ist – etwa die Zusammenfassung von Kundendossiers oder die Übersetzung interner Dokumente. Festhalten, welche Daten verarbeitet werden und wie heikel sie sind.

Ergebnis: ein Use Case mit messbarem Ziel.
2

Qualität mit echten Beispielen testen

20 bis 50 anonymisierte Praxisbeispiele zusammenstellen und Apertus im Chat sowie per API mit einem kommerziellen Modell vergleichen. So sehen Sie schnell, ob die Qualität für den Zweck reicht.

Ergebnis: belastbarer Qualitätsvergleich statt Bauchgefühl.
3

Betriebsmodell wählen

Gehostete Schweizer API oder Self-Hosting? Volumen, Datenklasse, Budget und vorhandene IT-Ressourcen entscheiden. Für die meisten KMU ist die API der richtige Start; Self-Hosting folgt erst bei bewiesenem Nutzen.

Ergebnis: Architektur- und Kostenentscheid.
4

Integration und Absicherung

Anbindung an Dokumentenablage, Ticketsystem oder Fachanwendung, idealerweise über RAG oder MCP. Zugriffsrechte, Protokollierung, Auftragsverarbeitungsvertrag und Transparenzhinweise umsetzen.

Ergebnis: sicherer, revDSG-konformer Pilotbetrieb.
5

Messen, entscheiden, skalieren

Nach vier bis sechs Wochen Zeitersparnis, Fehlerquote und Akzeptanz auswerten. Läuft der Pilot gut, weitere Prozesse ergänzen und einen Update-Rhythmus für neue Apertus-Versionen festlegen.

Ergebnis: fundierter Entscheid über den Ausbau.

Fazit: Apertus als souveräner Baustein, nicht als ChatGPT-Ersatz

Apertus ist das bisher ambitionierteste Schweizer KI-Projekt: vollständig offen, in der Schweiz trainiert, mit Apache-2.0-Lizenz und seit Version 1.5 mit langem Kontext, Bildverständnis und Reasoning-Modus. Eine wachsende Zahl Schweizer Anbieter – von Infomaniak über Swisscom bis Proton – macht es ohne eigene GPUs nutzbar. Die Entwickler haben weitere Versionen und spezialisierte Modelle für Bereiche wie Recht, Gesundheit und Bildung angekündigt.

Für KMU heisst das: Apertus ersetzt nicht das beste kommerzielle Modell, aber es schliesst eine wichtige Lücke. Überall dort, wo sensible Daten im Spiel sind und Datenhoheit zählt, ist das Schweizer KI-Modell eine ernsthafte Option. Wer es mit einem klaren Use Case, einem Qualitätstest und einem sauberen Betriebsmodell angeht, weiss nach wenigen Wochen, ob es passt.

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Beratung anfragen

FAQ

Häufige Fragen zu Apertus

Was ist Apertus?

Apertus ist das offene Schweizer KI-Sprachmodell der Swiss AI Initiative von ETH Zürich, EPFL und dem Nationalen Hochleistungsrechenzentrum CSCS. Die erste Version erschien im September 2025, die aktuelle Version Apertus 1.5 im Juli 2026. Es gibt das Modell in zwei Grössen mit 8 und 70 Milliarden Parametern. Gewichte, Trainingscode und die Dokumentation der Trainingsdaten sind öffentlich, das Modell steht unter der Apache-2.0-Lizenz.

Ist Apertus kostenlos?

Die Modellgewichte von Apertus sind kostenlos und dürfen dank Apache-2.0-Lizenz auch kommerziell genutzt werden. Kosten entstehen trotzdem: Wer Apertus selbst betreibt, braucht GPU-Hardware oder Cloud-GPUs plus Know-how für Betrieb und Updates. Wer es über einen Schweizer Anbieter wie Infomaniak per API nutzt, zahlt nach verbrauchten Tokens. Zum Ausprobieren gibt es kostenlose Chat-Zugänge, etwa über Public AI.

Ist Apertus so gut wie ChatGPT oder Claude?

Nein, und das ist auch nicht das Ziel. Die Entwickler betonen, dass Apertus nicht mit den Spitzenmodellen privater Anbieter konkurrieren soll, sondern auf Transparenz und Vertrauenswürdigkeit setzt. Die Leistung liegt laut Modellkarte auf dem Niveau anderer offener Modelle ähnlicher Grösse. Für anspruchsvolles Schreiben, komplexes Programmieren oder schwierige Analysen sind GPT, Claude oder Gemini klar stärker. Für klar umrissene Aufgaben mit sensiblen Daten kann Apertus dagegen genügen.

Versteht Apertus Schweizerdeutsch?

Apertus wurde mit Daten in über 1000 Sprachen trainiert, rund 40 Prozent davon nicht englisch. Ausdrücklich enthalten sind auch Schweizerdeutsch und Rätoromanisch, die in kommerziellen Modellen oft untervertreten sind. Das ist ein Vorteil für mehrsprachige Schweizer Inhalte. Wie gut das Modell Ihre konkreten Texte, Dialekte und Fachbegriffe verarbeitet, sollten Sie aber immer mit echten Beispielen aus Ihrem Betrieb testen, bevor Sie es produktiv einsetzen.

Ist Apertus revDSG-konform?

Ein Modell ist nie für sich allein revDSG-konform, entscheidend ist der Betrieb. Apertus hat aber gute Voraussetzungen: Die Trainingsdaten stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen, Opt-outs von Websites werden respektiert, und das Modell lässt sich in der Schweiz oder im eigenen Rechenzentrum betreiben. Damit bleiben Ihre Eingaben unter Ihrer Kontrolle. Nötig sind trotzdem Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Hoster, Zugriffskonzept, Datensparsamkeit und Transparenz gegenüber Betroffenen.

Gian Marco Ma – CTO & Mitgründer von GIAR Digital GmbH

Über den Autor

Gian Marco Ma

CTO & Mitgründer, GIAR Digital GmbH

Gian Marco verantwortet bei GIAR Digital die technische Umsetzung – von IT-Infrastruktur und Microsoft 365 über individuelle Softwareentwicklung bis zur KI-Automatisierung für Schweizer KMU.

Veröffentlicht am

GIAR Digital GmbH

Passende Leistung: KI-Automatisierung

Dieser Beitrag stammt von GIAR Digital, Ihrem IT-Partner für Schweizer KMU aus dem Kanton Aargau. Was wir hier beschreiben, setzen wir auch konkret um – am direktesten passt dazu unsere Leistung KI-Automatisierung.

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