Repetitive Aufgaben fressen Zeit – und Zeit ist in einem KMU besonders kostbar. Formulare manuell weiterleiten, Bestellungen in Tabellenkalkulationen erfassen, Kundendaten zwischen Systemen kopieren: Solche Tätigkeiten lassen sich heute mit Workflow-Automatisierungstools in Minuten automatisieren. Die zwei bekanntesten Vertreter sind n8n und Make (ehemals Integromat). Beide ermöglichen es, verschiedenste Apps und Dienste miteinander zu verknüpfen – ohne Programmierkenntnis. Doch welches Tool passt besser zu einem Schweizer KMU? Wir haben beide im Praxiseinsatz verglichen.
Was ist n8n?
n8n (ausgesprochen "n-eight-n" oder "nodemation") ist ein Open-Source-Tool zur Workflow-Automatisierung. Es wurde 2019 gegründet und hat sich dank seines selbst-hostbaren Ansatzes in technisch versierten Teams einen starken Ruf erarbeitet. Die wichtigsten Eigenschaften:
- Open Source & selbst-hostbar: Sie können n8n auf Ihrem eigenen Server oder in einer privaten Cloud betreiben. Die Daten verlassen Ihre Infrastruktur nie – ideal für DSGVO- und DSG-konforme Betriebe in der Schweiz.
- Unbegrenzte Workflows: Bei selbst-gehostetem n8n gibt es keine Limits auf Workflows, Ausführungen oder Datenmenge – Sie zahlen nur für den Server.
- Developer-friendly: Code-Nodes (JavaScript/Python), HTTP-Request-Nodes und eine robuste API machen n8n zur ersten Wahl für komplexe, massgeschneiderte Workflows.
- Über 400 Integrationen: Von HubSpot über Slack bis zu PostgreSQL – die Bibliothek wächst stetig dank aktiver Open-Source-Community.
Was ist Make (ehemals Integromat)?
Make ist eine cloud-basierte Automatisierungsplattform, die 2012 unter dem Namen Integromat startete und 2022 in Make umbenannt wurde. Sie richtet sich bewusst an Nicht-Techniker und punktet mit einer aussergewöhnlich intuitiven, visuellen Oberfläche:
- Visueller Szenario-Builder: Szenarien werden als grafische Flussdiagramme aufgebaut – Module verbinden Sie per Drag-and-drop. Für viele KMU-Mitarbeitende sofort verständlich.
- SaaS-Pricing nach Operationen: Make bietet einen kostenlosen Plan (1'000 Operationen/Monat) sowie günstige Einstiegspläne ab ca. CHF 10/Monat. Bei wachsendem Volumen steigen die Kosten jedoch schnell an.
- Über 1'500 App-Verbindungen: Make bietet die grösste vorgefertigte Integrationsbibliothek und lässt sich mit nahezu jeder bekannten Business-App verbinden.
Vergleich: n8n vs. Make
Die folgende Gegenüberstellung zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
- Kosten: n8n ist bei selbst-gehostetem Betrieb langfristig günstiger (Serverkosten ~CHF 15–30/Monat, keine Volumen-Limits). Make ist im Einstieg günstiger, wird aber bei hohem Volumen teuer.
- Datenschutz: n8n (self-hosted) hält Daten vollständig On-Premise – optimal für DSG/DSGVO. Make speichert Daten auf US-Servern; dies erfordert eine sorgfältige Prüfung bei sensiblen Kundendaten.
- Einstiegshürde: Make ist deutlich benutzerfreundlicher und auch ohne IT-Kenntnisse nutzbar. n8n erfordert ein technisches Grundverständnis für Setup und komplexere Workflows.
- Flexibilität: n8n ist bei komplexen, verzweigten Workflows mit Custom-Code klar im Vorteil. Make eignet sich besser für lineare, standardisierte Automatisierungen.
- Integrationen: Make hat mehr vorgefertigte Konnektoren (1'500+). n8n bietet mit HTTP-Request-Node theoretisch unbegrenzte Integrationen – erfordert aber mehr Einrichtungsaufwand.
Wann empfehlen wir welches Tool?
Es gibt keine universell "bessere" Wahl – es kommt auf Ihre Situation an:
Wir empfehlen n8n, wenn:
- Sie mit sensiblen Kunden- oder Gesundheitsdaten arbeiten und diese die Infrastruktur nicht verlassen dürfen.
- Sie grosse Datenmengen oder sehr viele Workflow-Ausführungen pro Monat verarbeiten.
- Ein technisches Team oder ein IT-Partner wie GIAR Digital die Lösung betreut.
Wir empfehlen Make, wenn:
- Sie schnell und ohne IT-Aufwand starten wollen – zum Beispiel zur Vernetzung von Google Sheets, Gmail und Slack.
- Sie nur wenige, einfache Workflows mit geringem Volumen benötigen.
- Kein dediziertes IT-Know-how im Team vorhanden ist und keine Serverinfrastruktur betrieben werden soll.
Fazit
Beide Tools sind ausgezeichnet – sie adressieren nur unterschiedliche Bedürfnisse. Make ist der unkompliziertere Einstieg für KMU ohne IT-Ressourcen. n8n ist die mächtigere, datenschutzfreundlichere Langfrist-Lösung für Unternehmen mit Wachstumsambitionen und Sicherheitsanforderungen. In unserer Praxis setzen wir für komplexe Digitalisierungsprojekte bevorzugt auf n8n – eben weil die Datensouveränität für Schweizer Unternehmen immer wichtiger wird.
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