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Digitalisierung

Digitale Signatur Schweiz: Skribble, DocuSign, Adobe Sign 2026

Verträge per E-Mail unterschreiben, Offerten in Minuten zurück erhalten, keine PDFs mehr ausdrucken, einscannen und ablegen. Welche elektronische Signatur passt zu Ihrem KMU – und wo ist sie rechtsgültig? Der herstellerneutrale Vergleich für die Schweiz.

Autor: Gian Marco Ma Mai 2026 9 Min. Lesezeit

Kurz vorweg: Eine durchschnittliche Vertragsunterzeichnung dauert per Post 6–8 Tage und kostet (Druck, Versand, Ablage) rund CHF 15. Mit elektronischer Signatur sind es 8 Minuten und unter CHF 1. Bei 100 Verträgen pro Jahr ergibt das CHF 1’400 Einsparung – und ein deutlich besseres Kundenerlebnis. Die rechtliche Grundlage in der Schweiz ist klar geregelt; die Toolwahl ist die eigentliche Hürde.

Die drei Signatur-Niveaus nach ZertES

Das Schweizer Bundesgesetz über die Zertifizierungsdienste im Bereich der elektronischen Signatur (ZertES) und die EU-eIDAS-Verordnung kennen drei Stufen, die sich in Beweiskraft und Aufwand unterscheiden.

1

Einfache Elektronische Signatur (EES)

Eingescannte Unterschrift, Mausklick „Akzeptieren", Foto der Unterschrift. Beweiskraft: gering. Genügt für formfreie Verträge (z.B. lockere Bestellung, interne Abnahmen). Riskant bei Streit – kann von Empfänger leicht bestritten werden.

Praxistipp: Nur für unkritische Dokumente verwenden.
2

Fortgeschrittene Elektronische Signatur (FES)

Authentifizierter Signaturprozess (E-Mail + SMS-OTP oder ähnlich), nachweisbare Identität, Manipulationsschutz durch Hash. Reicht für die meisten Geschäftsdokumente: Offerten, Auftragsbestätigungen, NDAs, Mietverträge unter 1 Jahr, formfreie Arbeitsverträge.

Praxistipp: Für 80% der KMU-Verträge ausreichend.
3

Qualifizierte Elektronische Signatur (QES)

Persönliche Identifikation per Video oder physisch, qualifiziertes Zertifikat eines anerkannten Zertifizierungsdienstes (Swisscom Trust Services, BIT, QuoVadis, SwissSign). Rechtlich der eigenhändigen Unterschrift gleichgestellt nach Art. 14 OR. Pflicht bei Schriftform-Verträgen.

Praxistipp: Pflicht bei befristeten Mietverträgen >1 Jahr, Lehrverträgen, Konsumkrediten.

Die drei wichtigsten Tools für Schweizer KMU

1) Skribble – der Schweizer Champion

  • Schweizer Anbieter mit Hosting in der Schweiz, voll ZertES-konform für EES, FES und QES.
  • Identifizierung für QES via Video-Identifikation (5 Min.) oder Bank-Login (Swiss-ID, Mobile-ID).
  • Native Integrationen mit Bexio, Abacus, M365, Salesforce – plus offene API.
  • Preis Business ab CHF 24/User/Monat: unbegrenzt EES und FES inkl., QES pay-per-use ab CHF 5.
  • Einziger Anbieter mit lückenloser Schweizer QES nach ZertES für Inland-Verträge mit gesetzlicher Schriftform.

Stärke: Schweizer Recht, Swiss Hosting, einfache Identifikation. Schwäche: Im internationalen Workflow weniger verbreitet als DocuSign.

2) DocuSign – der Weltstandard

  • Marktführer global mit über 1 Mio. zahlenden Kunden – Empfänger kennen den Workflow.
  • Sehr guter Workflow-Builder (Routing, Bedingungen, Vorlagen, Erinnerungen, Massenversand).
  • EU-eIDAS QES via Trust Services Provider – funktioniert für EU-Verträge. Schweizer ZertES-QES nur eingeschränkt (über Partner).
  • Preis Business Pro ab CHF 39/User/Monat (5 Sender), Identity Verification kostet zusätzlich pro Signatur.
  • Hosting primär in EU/US – für rein schweizerische Datenresidenz weniger optimal als Skribble.

Stärke: Globale Reichweite, beste Workflow-Engine. Schwäche: Schweizer QES nicht out-of-the-box, höherer Preis.

3) Adobe Acrobat Sign – die Allrounder-Lösung

  • Tief in Adobe Acrobat & Creative Cloud integriert – für Unternehmen mit bestehender Adobe-Lizenz attraktiv.
  • EES und FES gut abgedeckt, EU-eIDAS QES via Adobe Cloud Signatures – ZertES-QES nur via Partner.
  • Sehr starke PDF-Bearbeitung „im selben Fluss" (Felder, Annotationen, Kommentare).
  • Preis Standard ab CHF 17.10/User/Monat, Pro ab CHF 26.40/User/Monat.
  • Microsoft 365 und SharePoint Integration vorhanden, etwas unauffälliger als DocuSign.

Stärke: Günstigster Preis für FES bei bestehender Adobe-Nutzung. Schwäche: Schweizer QES nicht der Standardfall.

Direktvergleich: Tool nach Use-Case

Use-CaseEmpfehlung
Offerten, NDA, Auftragsbestätigung (CH-intern)Skribble FES
Befristeter Mietvertrag, Konsumkredit, LehrvertragSkribble QES
Internationale Lieferanten-Verträge (EU/US)DocuSign Business Pro
Bestehende Adobe-Creative-Cloud-Nutzung im KMUAdobe Acrobat Sign
HR: Arbeitsverträge, Kündigungen, Pensum-ÄnderungSkribble (CH) + DocuSign (Expats)
Sehr selten: 1–2 Verträge pro JahrSkribble pay-per-use, ohne Abo

In 4 Schritten vom Papierprozess zur digitalen Signatur

1

Vertragstypen klassifizieren

Liste aller wiederkehrenden Verträge erstellen. Pro Typ: Schriftformerfordernis (formfrei / Schriftform / qualifizierte Schriftform)? → ergibt automatisch das nötige Niveau (EES/FES/QES).

2

Tool und Identifikation einrichten

Skribble-/DocuSign-/Adobe-Konto eröffnen, Mitarbeiter-Identifikationen für QES durchführen (typischerweise Video-Ident, ca. 5 Min. pro Person), Vorlagen mit Pflichtfeldern einrichten.

3

Integration mit M365 / Bexio / CRM

Konnektoren aktivieren: aus dem CRM heraus Verträge versenden, signierte Dokumente automatisch ins richtige Verzeichnis, Status-Updates ins CRM. Für Salesforce, HubSpot, Bexio, Microsoft 365 verfügbar.

4

Mitarbeiter-Schulung & Pilot

Eine 30-Min-Schulung mit Live-Beispiel reicht für die meisten Mitarbeitenden. Pilot mit einer Abteilung über 4 Wochen, danach Roll-out und Eliminierung der Papier-Workflows.

ROI-Beispiel: KMU mit 100 Verträgen pro Jahr

PositionPapierDigital (Skribble)
Druck, Versand, RückversandCHF 1’500CHF 0
Arbeitszeit (Druck, Versand, Ablage)CHF 3’000CHF 250
Tool-Kosten Skribble Business (3 User)CHF 864
QES-Kosten (10 Verträge × CHF 5)CHF 50
Durchlaufzeit pro Vertrag6–8 Tage8 Min.
Total / Jahr≈ CHF 4’500≈ CHF 1’164

Einsparung: CHF 3’336 pro Jahr – plus deutlich verkürzte Vertragslaufzeiten und ein professionelleres Kundenerlebnis. ROI nach knapp 4 Monaten.

Fazit: Skribble für CH-Standard, DocuSign für International

Für die meisten Schweizer KMU ist Skribble die richtige Wahl: Schweizer Recht, Swiss Hosting, einfache QES-Identifikation und fairer Preis. Wer dagegen viel mit EU- oder US-Partnern unterzeichnet, ist mit DocuSign besser beraten – sein Workflow ist global gelernt. Adobe Acrobat Sign rentiert sich vor allem für Unternehmen, die Acrobat ohnehin schon im Einsatz haben.

Wichtig: Das Tool entscheidet nicht alleine. Der grösste Hebel ist der Wechsel vom Papier-Vertrag zum digital signierten Dokument – mit klaren Vorlagen, automatischer Ablage und sauberer Identitätsprüfung. Wer das pragmatisch aufsetzt, spart innerhalb eines Jahres mehr Zeit als das Tool kostet.

E-Signatur einführen lassen

Wir richten Skribble, DocuSign oder Adobe Sign inkl. Vorlagen, M365- oder Bexio-Integration und Mitarbeiter-Identifikation in 2 Wochen ein.

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Dieser Beitrag stammt von GIAR Digital, Ihrem IT-Partner für Schweizer KMU aus dem Kanton Aargau. Was wir hier beschreiben, setzen wir auch konkret um – diese Themen betreuen wir für kleine und mittlere Unternehmen:

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