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IT-Infrastruktur

NAS für KMU Schweiz 2026: Synology vs. QNAP & Co.

Cloud-only ist in der Schweiz oft teurer als gedacht. Ein gut dimensioniertes NAS ist 2026 die ideale Ergänzung – als File-Server, Backup-Ziel und Disaster-Recovery-Anker. Welche Geräte für 5, 30 oder 100 Mitarbeitende passen, was sie kosten und wie Sie revDSG-sauber bleiben.

Autor: Gian Marco Ma Mai 2026 10 Min. Lesezeit

Kurz vorweg: NAS ist nicht tot. Im Gegenteil: Wer 10+ TB Daten verwaltet (CAD, Video, Bilder, Backups), zahlt in OneDrive oder Google Drive schnell mehr als ein einmal angeschafftes NAS in 5 Jahren kostet. Die Cloud bleibt für Office-Daten und Kollaboration ideal – das NAS übernimmt die heiklen Bereiche: Performance, Volumen, Backup. Beste Praxis 2026 ist Hybrid: M365/Workspace + lokales NAS + Cloud-Backup.

Wann lohnt sich ein NAS – wann nicht?

Vor jeder Hardware-Anschaffung diese fünf Fragen beantworten:

1

Datenvolumen über 5 TB

Ab 5 TB Office-/Projektdaten wird OneDrive oder Google Drive teurer als ein NAS – Cloud-Tarife pro Nutzer sind nicht für Datenmengen optimiert.

Konkret: 30 Mitarbeitende × CHF 12.50 OneDrive E1 = CHF 4’500/Jahr. Ein Synology DS923+ mit 32 TB kostet einmalig CHF 3’500.
2

Lokale Performance-Anforderungen

CAD, Video-Schnitt, RAW-Foto-Bibliotheken, grosse PDFs – LAN-Geschwindigkeit (1–10 GbE) ist deutlich schneller als jede Cloud.

Konkret: 1 GbE = ca. 110 MB/s, 10 GbE = ca. 1’100 MB/s. Cloud-Sync von 2 GB CAD-File: 8 Min. (Cloud) vs. 18 Sek. (10 GbE NAS).
3

Backup-Ziel für M365 & Server

Microsoft sichert Ihre M365-Daten nicht. Ein NAS ist das ideale Backup-Ziel – Active Backup for Business von Synology macht das gratis.

Konkret: 50 M365-Postfächer + OneDrive + SharePoint inkl. 365-Tage-Aufbewahrung – auf NAS für ca. 4 TB Speicher.
4

Disaster-Recovery & Replikation

Snapshot Replikation zwischen zwei NAS an verschiedenen Standorten = automatisches Off-Site-Backup mit RPO < 15 Minuten.

Konkret: Hauptstandort Aarau, Replikat-NAS in Zürich oder bei Geschäftsführer zu Hause. Bei Brand/Diebstahl: Daten innert Stunden wieder online.
5

Kein NAS, wenn...

Sie weniger als 5 Mitarbeitende haben, ausschliesslich Office-Daten verwalten und keine internen Server betreiben. Dann reichen M365 + ein Cloud-Backup-Tool.

Konkret: 3-Personen-Treuhandbüro mit nur Office, PDF und Bexio – braucht kein NAS, sondern saubere M365-Backup-Strategie.

Hersteller im Vergleich

HerstellerStärkeSchwächeBeste KMU-Modelle
SynologyDSM-OS top, App-Ökosystem (Active Backup, Drive, MailPlus), stabilHardware teuer pro Franken, 10 GbE oft AufpreisDS224+, DS923+, DS1522+, RS1221+
QNAPMehr CPU/RAM pro Franken, 10 GbE oft inkl., Container/VM starkOS QTS weniger einsteigerfreundlich, History mit CVE-WelleTS-464, TS-873A, TS-1655, TS-h973AX
AsustorGünstig, ordentliche Hardware, ADM-OS solideKleineres Ökosystem, weniger Apps, kleinere CommunityLockerstor 4, Lockerstor 6 Gen2
TrueNAS (Core/Scale)Open Source, ZFS, Kubernetes, sehr leistungsfähig, kostenfreiSelf-Build & Self-Support, ohne IT-Know-how nicht empfohlenMini X+, Mini R, Self-Build mit Supermicro
Ugreen NASSehr günstig, gute Hardware, OS noch jungOS-Reifegrad noch unter Synology/QNAP, Update-History kurzDXP4800, DXP6800 Pro
Buffalo / NetgearVorwiegend Hardware-Marken, einfache TeraStationsVeraltete Software, kaum Apps, kein Backup-Ökosystem

Für 80% der Schweizer KMU ist Synology die richtige Wahl: stabilstes OS, beste Apps, 5 Jahre Garantie auf Plus-Modelle, in der Schweiz breite Händler- und Servicepartner-Basis (Brack, Digitec, Steg, Distrelec). QNAP ist die Wahl, wenn Hardware-Performance pro Franken zählt und ein Tech-affines Team verfügbar ist. TrueNAS ist die Wahl für Tech-Companies mit eigenem IT-Team.

Empfehlung pro Unternehmensgrösse

1–5 Mitarbeitende

Synology DS224+ oder DS423+

2–4 Bay, 2× 8 TB IronWolf im RAID 1, Active Backup for Business für M365. CHF 1’000–1’800 inkl. Disks und USV. Reicht für 4–5 TB Nutzdaten + M365-Backup.

5–20 Mitarbeitende

Synology DS923+ oder DS1522+

4–5 Bay, 4× 12 TB IronWolf im SHR/RAID 5, 10-GbE-Adapter optional, 16–32 GB RAM. CHF 3’000–4’500. Realistisch 30+ TB nutzbar, plus Backup-Ebene.

20–50 Mitarbeitende

Synology RS1221+ oder QNAP TS-873A

Rack-NAS mit 8 Bays, 10 GbE, redundantes Netzteil (RP-Modell), Hot-Swap. CHF 5’000–8’000. Mit 8× 16 TB realistisch 80+ TB Brutto.

50–150 Mitarbeitende

Synology RS3621xs+ oder TrueNAS Mini R

Enterprise-Klasse, mehrfach 10 GbE, ECC-RAM, optional NVMe-Cache. CHF 8’000–18’000. Hochverfügbarkeit per HA-Pair (zwei NAS, automatisches Failover).

Hochfrequenz / CAD / Video

Synology DS1823xs+ + NVMe-Cache oder QNAP TVS-h874

Mit M.2-NVMe-SSD-Cache, 10/25 GbE, ZFS oder BTRFS. Für Studios, Architekten, Engineering. Ab CHF 6’000.

Multi-Site / Filialen

2× Synology + Snapshot Replication

Pro Filiale ein DS224+, alle replizieren stündlich auf zentrales DS1522+ in HQ. RPO 15 Min, RTO < 1 Stunde, transparent.

Welche Festplatten?

  • Seagate IronWolf / IronWolf Pro: 24/7-NAS-Disks, MTBF 1 Mio. h, 3–5 Jahre Garantie. Sweet Spot: 12 TB und 16 TB.
  • WD Red Plus / Red Pro: ähnlich IronWolf, oft günstiger im 4–8-TB-Bereich. Niemals "WD Red" (ohne Plus) – das sind SMR-Disks, ungeeignet für RAID.
  • Toshiba MG-Serie: Enterprise-Klasse, sehr robust, oft preisgünstig im 16–18-TB-Segment. Für Pro-Kunden empfehlenswert.
  • NVMe-SSD (M.2) als Cache: 1–2 TB Samsung 990 Pro oder WD Red SN700 als Lese-/Schreibcache – beschleunigt File-Zugriffe massiv.
  • NICHT Consumer-Disks (Barracuda, Blue): zu kurze Lebensdauer im 24/7-Betrieb, häufige RAID-Resync-Probleme, Garantie-Fall ausgeschlossen.
  • Hot-Spare-Disk: Eine zusätzliche Disk im NAS ungenutzt. Bei Disk-Ausfall springt sie automatisch ein – RAID rebuildet ohne Mensch.

Backup-Strategie mit dem NAS

Ein NAS allein ist kein Backup. Es ist Speicher mit RAID-Redundanz – aber RAID ersetzt kein Backup (Ransomware, Mensch-Fehler, Diebstahl). Die 3-2-1-1-0-Regel:

  • 3 Kopien der Daten (Original + 2 Backups).
  • 2 verschiedene Medien (z.B. NAS + Cloud, NAS + Tape).
  • 1 Kopie ausserhalb des Standorts (Off-Site, z.B. Replikation in zweites NAS oder Cloud).
  • 1 Kopie offline / immutable (Ransomware-sicher: WORM-Snapshot, Cloud-Lock, Tape).
  • 0 Fehler nach Test: Backup regelmässig zurückspielen (mind. quartalsweise) – sonst weiss niemand, ob es funktioniert.

Typische Stolpersteine

  • Disks aus einer Charge gekauft – fallen oft kurz nacheinander aus. Lieber gemischte Chargen oder zwei Bestellungen mit 2 Wochen Abstand.
  • NAS direkt im Internet exposed (DSM-Login auf Port 443 öffentlich) – Hauptangriffsvektor von Ransomware-Banden. NUR über VPN, Reverse-Proxy oder ZeroTrust-Tunnel zugänglich machen.
  • Snapshots nicht aktiviert – ohne Snapshots kein Schutz vor Ransomware. BTRFS/ZFS-Snapshots stündlich, immutable.
  • Keine USV – ein Stromausfall mitten im Schreiben kann RAID korrumpieren. APC oder Eaton mit USB-Anschluss zwingend.
  • Updates aufgeschoben – DSM/QTS-Sicherheitslücken werden binnen Tagen ausgenutzt. Auto-Update für Security Patches aktivieren.
  • Single Point of Failure – nur ein NAS, kein Off-Site-Backup. Wenn der Serverraum brennt, sind 100% der Daten weg. Replikation ist Pflicht.

Fazit: NAS bleibt 2026 strategisch

Cloud löst nicht alle Probleme – und ein NAS löst nicht alle. Die Kombination ist 2026 Standard: M365 oder Workspace für Office-Kollaboration, NAS für Volumen, Performance, Backup, On-Prem-Workloads. Synology gewinnt fast immer in Schweizer KMU – stabilstes OS, beste Apps, gute Lieferbarkeit.

Wichtig: Ein NAS ohne Snapshots, ohne Off-Site-Replikation, ohne USV und ohne Patch-Disziplin ist ein Risiko, kein Asset. Wer das richtig aufstellt, hat ein Werkzeug, das 5–7 Jahre verlässlich arbeitet – zu Kosten, die Cloud-only nicht annähernd erreicht.

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Wir dimensionieren das passende NAS, richten Snapshots, Replikation, USV und Cloud-Backup ein – und übernehmen Patch-Management auf Wunsch.

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